Information zum „Steig der Artenvielfalt"

Die Hochlagen-Kulturlandschaft der Bischofsreuter Waldhufen gehört zu den bedeutendsten Mittelgebirgslandschaften Europas. Hier hat sich eine einzigartige Vielfalt an Lebensräume sowie Tier- und Pflanzenarten erhalten. Örtliche Landwirte sorgen im Rahmen des BayernNetzNatur-Projektes „Bischofsreuter Waldhufen" dafür, dass diese einmalige Vielfalt auch für die nächsten Generationen erhalten bleibt.













Blick vom Steig auf Bischofsreut                                               

Auf einem 5 km langen Rundweg nahe Bischofsreut werden Ihnen auf dem „Steig der Artenvielfalt" die Arche Noah der Bischofsreuter Waldhufen und die Anstrengungen die zu deren Schutz unternommen werden, präsentiert. Reich bebilderte und leicht verständliche Museumstafeln und –pulte beschreiben jene Tier- und Pflanzenarten sowie Lebensgemeinschaften, die auch tatsächlich unmittelbar vor Ort  vorgefunden werden können.
 

 

                                                                             

 

 

Blumenwiese                                                                   

 

Lassen Sie sich in die bunte Welt der Blumen und Schmetterlinge, der rauschenden Bäche und der tiefen Wälder entführen. Schweifen Sie mit Ihrem Blick nicht nur in die Weite, sondern achten Sie auch auf die unscheinbaren Schätze am Wegesrand. Denn Artenvielfalt und Artenschutz betreffen nicht nur die spektakulären Pflanzen und Tiere. Auch auf den ersten Blick unscheinbare Lebensräume wie dem Braunseggensumpf und dem Borstgrasrasen wohnt eine unglaubliche Artenvielfalt inne.

Diese Vielfalt der Arten und deren Genreserven sind der Reichtum der Natur, die wir für kommende Generationen bewahren und schützen wollen. Denn weltweit sterben jeden Tag 150 Tier- und Pflanzenarten aus, so viele wie noch nie zuvor.

 

 

  • Moorimpressionen                                                                 
Und in den Bischofsreuter Waldhufen fangen wir mit der Erhaltung vor unserer Haustüre an. Nicht zuletzt wird so die Schönheit einer Kulturlandschaft bewahrt, die dem Erholungssuchenden Entspannung schenkt und den hier Ansässigen ihre Heimat bedeutet.

Neben der allgemeinen Bedeutung der Bischofsreuter Waldhufen für die Biodiversiät in Bayern werden entlang des Museumssteiges folgende Lebensräume mit den typischen Tier- und Pflanzenarten beschrieben:

1. Moore und Sümpfe -Moorvielfalt in den Bischofsreuter Waldhufen
(Entstehung verschiedener Moortypen; Maßnahmen zu deren Erhalt)

2. Hochmoore - Von großen und kleinen Filzen

(Bedeutung der Hochmoore; Maßnahmen zu deren Erhalt; Hinweis auf Haidfilz)

3. Wiesenbrüter - Großflächige Wiesenmosaike – wichtiger Brutplatz für seltene Vögel

(Ansprüche und Vorstellung wiesenbrütender Vogelarten)

4. Bergmähwiesen - Bunte Vielfalt auf dem Grünen Dach Europas

(Vegetationsökologie, Beispiel Frauenmantel; Hinweis auf Förderungen)

                   5. Steinriegeln und – haufen - Reptiliensolarium und Vogelglück

(Bedeutung des Sonderlebensraumes für verschiedene Artengruppen; Präsentation von verschiedenen naturraumtypischen Gesteinsarten)

6. Borstgrasrasen - Ein europaweit stark gefährdeter Lebensraum

(Unterschiede „Borstgrasrasen – Wirtschaftswiesen", Gefährdung und Erhalt)

 

 

 

  •  Nachtfalterraupe                                                            

 

 

In den Wäldern der Bayerischen Staatsforsten werden unter dem Titel „Wälder der Vielfalt" folgende Waldlebensräume vorgestellt:

 

I. Wälder der Vielfalt - Wiege der Kulturlandschaft

(Kulturlandschaftsentwicklung, Artenvielfalt in den Wäldern, Beispiel Fledermäuse)

II. Bergmischwald- - Die Mischung macht´s

(Baumartenzusammensetzung und –zonierung. Artenvielfalt am Beispiel der (Eulen-)vögel)

III. Die Kinderstube des Waldes - Des Waldes Uhr tickt langsam

(Waldzyklus, Vorwälder, Artenvielfalt am Beispiel der Schmetterlinge und des Auerhuhns)

IV. Fichtenmoor- und Fichtenauwälder - Die Heimat der Fichte

(Totholz, Artenvielfalt am Beispiel der Flora und des Schwarzstorches)

  Orichideenblüte in Bischofsreut

 

Und schließlich kann der Gast auf 8 Pulten verschiedene Tier- und Pflanzenarten entdecken:

Violetter Feuerfalter (Lycaena alciphron)

Fischotter (Lutra lutra)

Rauer Löwenzahn (Leontodon hispidus)

Kleines Wiesenvögelchen (Coenonympha pamphilus)

Nachtigall-Grashüpfer (Chorthippus biguttulus)

Niedrige Schwarzwurzel (Scorzonera humilis)

Breitblättriges Knabenkraut (Dactylorhiza majalis)

Feldlerche (Alauda arvensis)

Der „Steig der Artenvielfalt" ist eine Einrichtung der Gemeinde Haidmühle und wird von der Regierung von Niederbayern aus Mitteln des Freistaats Bayern (Bayerisches Staatsministeriums für Umwelt und Gesundheit) und des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) gefördert. In den naturnahen Wäldern wird der Steig von den Bayerischen Staatsforsten finanziert.